Seifensiederei: Kaiserliche Handwerkskunst


Die Seifenkreationen von Madame Sapo haben Charakter, schließlich werden sie auf uralten Maschinen gepresst:

Schon 1890 standen unsere Seifenpressen und Co. im Dienst der alteingesessenen Seifenfabrikation Gottlob Kraus in Schweinfurt. Zeitweise ächzten sie in Doppelschichten, denn ein Stück Kernseife gehörte damals in jeden guten Haushalt.

Diese Zeit ist lange vorbei: Erst kam die Waschmaschine, dann die Flüssigseife - die Kernseife hatte ein massives Konkurrenzproblem und die Seifendynastie Kraus in Schweinfurt, immerhin seit knapp 350 Jahren im Seifengeschäft, musste umdenken. Für die Maschinen, einst wuchtige Helden, begann der Tod auf Raten.



Unser "Seifenopa": Horst Knorpp

Horst Knorpp (geb. 1937) ist Nachfahre der Seifensieder-Familie Kraus, deren Stammbaum bis ins Jahr 1670 zurückreicht.

Im Frühjahr 2013 begegnete er zufällig Jochen Schmitt -
es sollte ein verhängnisvolles Gespräch werden:

Seine altgedienten Maschinen, so erzählte Horst Knorpp traurig, würden nun ins Museum verfrachtet. Jahrelang hatte er sie wie einen Schatz gehütet und gemeinsam mit seinem guten Freund und Fußball-Kameraden Hermann Weingart weitestgehend in Schuss gehalten. Doch nun würde der Lagerplatz knapp.
Ein staubiger Stillstand im Museum soll also das Ende dieser Prachtstücke sein? Irgendwie schade, fand Jochen Schmitt.



Drei Geschwister - eine verrückte Idee

Also trommelte er seine Schwestern Monika und Marion zusammen und einen launigen Abend später war das Projekt "Seifensieder-Tradition" geboren. Zumindest im Kopf.

Seit Frühjahr 2015 rattern die Seifenpressen tatsächlich wieder. Dazwischen liegen 24 Monate mit nur einem einzigen Hobby: Seife.

Angefangen beim irren Transport der Maschinen auf der Autobahn und ihrer aufwendigen Restaurierung in Handarbeit über einsame Feierabende in der Seifenküche oder vor dem Rechner (ganz zu Schweigen vom verbrauchten Gehirnschmalz für Rezeptvarianten, Namen und Konzeption) bis hin zu den vielen mutigen Seifentests von Familien und Freunden.


Auf Zähnekirsch-Momente (Deutschland, deine Bürokratie!) folgten herrlich motivierende Phasen, wie zum Beispiel das Engagement unserer Lieben und die feuchten Augen von Horst Knorpp und Hermann Weingart bei der ersten testweisen Inbetriebnahme.

Natürlich sind all unsere Maschinen vorschriftsgemäß abgenommen und unsere Seifen von einer Sachverständigen für Lebensmittelchemie sicherheitsbewertet worden. Sie erfüllen alle Anforderungen gem. der Verordnung des Europäischen Parlaments und des Rates über kosmetische Mittel. Aber dies hier nur am Rande :-)



Nach "Gut Ding will Weile haben" heißt es
jetzt also endlich: Bühne frei für Madame Sapos Kreationen aus dem Seifenzuber.

Wir Drei finden:
Es hat sich gelohnt.

Und was meinst Du? Wir freuen uns über Deinen Gästebuch-Eintrag oder Facebook-Post.


Dufte Grüße,

Monika, Jochen & Marion


(im März 2015)
* inkl. MwSt., zzgl. Versandkosten